****** Nach dem großen Erfolg des Albums „The Joker“ und der gleichnamigen Single nahm sich Steve Miller erst einmal eine längere Auszeit und ließ seine Fans fast zweieinhalb Jahre auf ein neues Album warten (zwischendurch erschien mit „Living In The U.S.A.“ eine Wiederveröffentlichung seines zweiten Albums „Sailor“). Steve war durch „The Joker“ in den USA zum Superstar aufgestiegen und da konnte er sich eine solch lange Pause leisten. Im Mai hatte das Warten dann endlich eine Ende: Steve präsentierte seinen neunten Longplayer „Fly Like An Eagle“. Und wie es bei den Superstars so üblich ist, gierten seine Fans förmlich nach dem neuen Album. Und sie wurden nicht enttäuscht, ist „Fly Like An Eagle“ meines Erachtens nach eine der besten Arbeiten der Steve Miller Band (Steve Miller, Gary Mallaber und Lonnie Turner), ist es doch so musikalisch vielfältig wie kein Album der Band zuvor, eine bunte, sehr abwechslungsreiche Mischung aus Rock, Blues, Elektronik sowie ein bißchen C&W und Pop. Das Album beginnt mit dem experimentell anmutenden „Space Intro“, einem Synthesizerstück, das nach knapp 1:15 Min. schon wieder zu Ende ist und nahtlos in „Fly Like And Eagle“ übergeht. Dieses Stück mit seinen kleinen Elektronikspritzern klingt im ersten Moment gar nicht spektakulär, erweist sich aber spätestens nach dem zweiten Anhören als ein ganz gemeiner Ohrwurm. Gerade die immer wiederkehrende, sehr prägnante Zeile „Time Keep On Slipping, Slipping Into The Future“ kriegt man, einmal gehört, so schnell nicht wieder aus dem Gedächtnis. Als dritte Singleauskopplung bescherte das auf 3 Minuten gekürzte Stück der Steve Miller Band Anfang 1977 einen echten Tophit in den US-Charts und dürfte im Nachhinein neben „The Joker“ und „Abracadabra“ das bekannteste Stück der Steve Miller Band sein. Oft sind es halt die unspektakulär erscheinenden Stücke, die zu Evergreens werden. Richtig poppig, unterlegt mit kleinen Elektronikspritzern, ist „Wild Mountain Honey“, das einen ähnlichen Effekt beim Anhören erzeugt wie „Fly Like An Eagle“. In Richtung leichter Rock geht „Serenade“, ein gradliniges Stück, frei von elektronischen Spielereien, getragen von Steves klaren, mitreißenden Gitarrenspiel. Ein unglaublich mitreißendes, Bluesgrass beeinflußtes Stück ist das kurze „Dance, Dance, Dance“. Hier beweisen Steve und seine Musiker, daß sie diese Art von Musik besser spielen können, als so manche Spezialisten auf diesem Gebiet. „Dance, Dance, Dance“ ist ein echter Geheimtip! „Mercury Blues“ ist ein schnörkelloser Bluesrocker, eigentlich genau das, was Steve & Co. am besten können. „Take The Money And Run“ ist ein gradliniger, gemäßigter Rocker, der als erste Singleauskopplung im Frühsommer 1976 ein solider Hit in den US-Charts war. Die zweite Singelauskopplung war „Rock’N’Me“ und bescherte der Steve Miller Band im November 1976 nach „The Joker“ den zweiten Nummer 1 Hit in den US-Charts. Wie bei fast allen großen Hits der Steve Miller Band ist es auch bei „Rock’N’Me“ das schlichte aber dennoch mitreißende Arrangement, das letztendlich den Erfolg ausmachte. Obwohl das Stück typischer US-Rock ist, konnte es sich auch international durchsetzen. So war „Rock’N’Me“ Anfang 1977 der einzige Hit für die Steve Miller Band in Deutschland in den 70er Jahren (Platz 28). Die Version von Sam Cookes „You Send Me“ ist zwar ganz gut, nötig gewesen wäre sie allerdings nicht unbedingt. „Blue Odyssey“ ist ein kurzes Synthesizerstück im Stil vom Opener „Space Intro“ ohne erkennbare Melodie. Nahtlos geht das Stück in „Sweet Maree“ über, einem schier unglaublichen Blues mit tollen Gitarren- und unglaublich geilen Mundharmonikaeinlagen. Wüßte ich nicht, daß hier Steve Miller am Werke ist, man könnte mir „Sweet Maree“ als ein Stück eines schwarzen Bluesmusikers aus dem tiefsten amerikanischen Süden verkaufen. Über einen Schuß Blues verfügt auch „The Window“. Streckenweise klingt das Stück wie eine verlangsamte Vorlage zu seinem 82er Superhit „Abracadabra“. Die lange Wartezeit auf das neue Album der Steve Miller Band hatte sich gelohnt, gehörte „Fly Like An Eagle“ zu den besten Alben des nicht gerade an musikalischen Höhepunkten reichen Jahr 1976. Wer die Gruppe einmal kennenlernen möchte, der bekommt mit diesem abwechslungsreichen Werk einen sehr guten Einstieg. Laatst gewijzigd: 19/04/2007 10:35 |